Die Macht der Zeit

 

Das Wochenende ist bis obenhin voll. Mit so einigen "Arbeits"-Terminen. Aber wenn man das, was man tut liebt, dann arbeitet man eigentlich nicht mehr. Früher konnte ich mir einfach nicht vorstellen, wie das gehen sollte. Mann muss doch... und überhaupt ist das Leben kein Wunschkonzert!

 

Im Laufe der Jahre habe ich immer mehr festgestellt, dass das, was es in meinem Kopf erzählt nicht, nicht wahr sein muss. Im Laufe der Jahre habe ich andere Sichtweisen gelernt, mir andere Gedanken angeeignet. Und bin immer noch dabei herauszufinden, was ist "my way"?!

 

Jedenfalls stand am Sonntag Gartenarbeit in der Schule an. Dort gehöre ich zum Arbeitskreis Garten und als Waldorfschule sind wir Eltern für die Schule mit verantwortlich. Was als Pflicht began ist im Laufe der Jahre zu einem wunderbaren Ort der Gemeinschaft, des Austausches, der Kreativität und sogar tiefer Freundschaften geworden. Ein ganzer Teil von uns liebt diese Treffen, einfach weil wir uns so ans Herz gewachsen sind und nebenbei wird halt auch noch gearbeitet. Und es ist so schön zu sehen, was in den letzten Jahren an Schönheit entstanden ist.

 

So bin ich auf der Suche nach Erde und komme am hinteren Ende des Erdwalls vorbei. Ich sehe uns noch vor 1 1/2 Jahren dort im ströhmenden Regen! Von diesem Wall, bretthart, musste noch einiges weg, da die Stadt sonst die Sicherheitswege nicht würde abnehmen und die Kinder sollten aber in die Kontainer! So schuffteten wir uns durch diesen Wall, Frauen ähnlicher Statur, wie ich. Wir hüpften auf unseren Spaten, um sie überhaupt in die Erde zu bekommen. Aber Aufgeben war keine Option.

Heute jetzt, an diesem schönen Gartentag krümelte mir feinste Humuserde entgegen. Wie hatte sich dieser harte Wall gewandelt, mit der Zeit, dem wilden Bewuchs. Wie ein riesengroßes Geschenk rieselte mir die Erde entgegen in meinen Eimer und wieder einmal wurde mir klar: manches braucht seine Zeit, um von der Härte in die Weichheit zu gehen, von "nicht bepflanzbar" hin zu wachstumsfördernden Boden.

 

Auch im Yoga ist es so. Manches braucht einfach seine Zeit, um sich zu wandeln.

 

Slow, Steady, Systematically.... wie im Anusarayoga :-))